/ Oktober 24, 2021/ Allgemein

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

“Die 12 Traditionen schützen die Gemeinschaft vor Entscheidungen Einzelner”

“[…] Wir beobachten auch mit Sorge die Kassierer innerhalb unserer Gemeinschaft, die neben einer vernünftigen Reserve Gelder horten, für neben dem festgeschriebenen 12-Schritte-Ziel liegende Zwecke. Die Erfahrung lehrt und warnt uns, dass nichts unser spirituelles Erbe so endgültig zerstören kann wie unnötiger Streit um Besitz, Geld und Macht. […]
– Auszug aus den 12 Traditionen der anonymen Alkoholiker”

Auch wir von der Arbeitsgruppe CoDA-Labs können solche Tendenzen sehen und feststellen, dass Fehler mit größeren Fehlern auszugleichen wie eine Seuche ist und den Weg immer tiefer in Verstrickungen und Geheimniskrämerei bahnt. Statt Werkzeuge zu nutzen – wie beispielsweise eine Gruppeninventur – werden im blinden Aktionismus weiterhin Alleingänge gestartet und vorallem die Gemeinschaft spaltende Entscheidungen getroffen, welche nicht nachvollziehbar und intransparent entstanden sind.

Die Struktur von 12 Schritte Gemeinschaften sieht vor, sämtliche die “Gemeinschaft als Ganzes angehenden Entscheidungen” gemeinsam zu besprechen und zu beschließen, dies in Protokollen transparent und zugänglich zu archivieren, um immer zu gewährleisten, dass ein Gruppengewissen bestand und nicht etwa eine auf persönlichen Vorlieben oder auch Vorbehalten durchgeführte Aktion der Gemeinschaft aufgezwungen wird.

Der Schaden ist selten absehbar. Denn der Erfahrung nach entstehen auf diesem Wege Spaltungen, Misstrauen und Geheimnisse, die innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft zum Bruch mit den Mitgliedern führt.
In 12 Schritte Gemeinschaften sind “Mitglieder” alle Teilnehmer:innen der 12 Schritte Meetings.

Und dass solche Situationen von Misstrauen gegenüber der Dienststruktur entstehen und das Verhältniss dadurch kippen kann, zeigt sich in den Konflikten, die in solchen 12 Schritte Gemeinschaften auch zum Zusammenbruch führen und führten. Diese Prozesse sind sehr schmerzhaft und dabei sind auch die bis dahin verwalteten Spenden aus der Gemeinschaft massiv in Gefahr, wenn durch Auflösungen wie treuhändisch geschaffenen Vereine diese zur Abwicklung der Verfahren verwendet werden und dadurch verloren gehen. Das dies auch stattfindet, kann man immer wieder erleben. Hier in Deutschland, in Europa und auch im Ursprungsland der 12 Schrittegruppen USA.

Oftmals erkennen die Mitglieder das bereits in den Anfängen und ändern dann ihre Spendenkultur. Die eigene 7. Tradition (Spenden) wird dann nur noch für die eigenen Belange verwendet. Die Kreativität kennt hier keine Grenzen und da jedes Meeting sich selbst gegenüber verantwortlich ist, darf die jeweilige Gruppe dies auch für sich so entscheiden.
Beispielsweise haben einige Meetings für sich beschlossen, Faltblätter und auch die sogenannten Basictexte (Blaues Buch) über die dem jeweiligen Meeting eigene 7. Tradition einzukaufen jedoch in den Meetings kostenlos zu verteilen.

Letztlich ist es immer wieder sehr schade zu erleben, wie Alleingänge oder das Missverständnis eines Dienstes die Gemeinschaft spaltet.

Auszug aus dem grünen CoDA-Arbeitsbuch.

Es tut uns immer wieder leid, solche Entwicklungen zu sehen und machtlos zu sein, auf diese nicht konstruktiv einwirken zu können. Wir hoffen hier darauf, dass die gemeinsame HM hier ein Auge darauf hat und das im Sinne der Gemeinschaft regeln wird.

Ihr könnt euch dazu übrigens selbst auch einbringen: über die Teilnahme als Gast an den GDA-Meetings oder auch über die Gruppensprecherversammlungen. In den Gruppensprecherversammlungen sind die Repräsentanten der Meetings anwesend, welche dort das Gruppengewissen der jeweiligen Meetings vertreten.

In diesem Sinne …

… in Demut gute 24 Stunden

//Team CoDA-Labs

Share this Post