/ Oktober 25, 2020/ Allgemein, Berichte

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Kostentransparenzübersicht für die Gemeinschaft CoDA Deutschland

Das Internet-Komitee CoDA-Deutschland verursacht Kosten. Diese Kosten werden seit 2019 noch privat vorfinanziert und mit dem Kassen-Dienst CoDA-Deutschland über Auslagebescheinigungen geprüft und aus den Spenden der Gemeinschaft CoDA-Deutschland gedeckt.

Es ist derzeit (seit Mai 2021) in Planung, ein auf den Verein “CoDA-Deutschland e.V.” laufendes Kundenkonto bei dem Internet-Service-Provider einzurichten und nach und nach die bestehenden Projekte, Server und Domains dorthin zu übertragen.

Dies geht nicht so ohne Weiteres, da hier auch ein Wechsel des Kundentyps von Privatperson zu Organisation einher geht.

Dennoch können wir vom Internet-Komitee einen Transparenzbericht liefern, wie im Prinzip Kosten entstehen, wie hoch diese sind, welchen Nutzen sie für die Gemeinschaft haben und auch welche Ersparnis gegenüber anderen Modellen bestehen.

Server – Grundsätzlichkeiten

Derzeit existieren rund 10 vServer. Die Anzahl ändert sich häufig, da sie experimentell erstellt und auch wieder gelöscht werden. Im Gegensatz zu echten (dedizierten) Root-Servern, also einer realen Hardware die sich in einem Rack beim Provider befindet, bieten vServer die Vorteile:

  • Skalierbarkeit –> die tatsächlich benötigte Leistung kann permanent angepasst werden
  • Stundenweise Abrechnung –> echte Hardware wird monatlich abgerechnet
  • Preisstruktur –> echte Server beginnen bei 35€ pro Maschine, vServer bei 2,85€
  • Zuordnung zu Projekten –> sogar über die Grenzen von Rechenzentren hinweg “verschiebbar”

Betriebssysteme

Auf diesen Servern wird das Betriebssystem Linux eingesetzt. Linux wird in der Regel als betreute Distribution angeboten, die sich um die Stabilität der verwalteten und integrierten “Standard”-Software aus dem Open-Source Bereich kümmern. Bekannte Distributionen sind Debian, Ubuntu, Redhat, SuSE. Wir setzen die Distributionen Debian, CentOS (Redhat Enterprise) und Ubuntu-Server ein.

Windows bieten ebenfalls Serverbetriebssysteme an, dies lohnt sich jedoch nur, wenn die Infrastruktur dies auch erfordert und es nicht durch Open-Source Betriebssysteme realisierbar ist. Die Betriebssysteme kosten nichts, sondern basieren auf einem freiwilligen Spendenmodell.
Microsoft Windows Server beginnt ab 200€ und je nach Anforderungen in Basismodellen 1000€ nebst modularen Zusatzpaketen auch je 50-500€. Lizenzmodelle sind selten Lifetime und auch abhängig von der Anzahl der nutzenden Clients.

Software (Beispiele)

Nextcloud ist eine Software, welche ein zentralisiertes Ablegen und auch Arbeiten an einer gemeinsamen Dokumentenstruktur ermöglicht. Es ist vergleichbar mit “Dropbox”, “One-Drive”, “GoogleDocs” etc. und bietet die Möglichkeit, als Dateisystem ins lokale Endgerät verbunden zu werden. Dadurch erhält man den Eindruck, man würde die Dokumente lokal zur Verfügung haben, jedoch befinden sie sich auf dem Nextcloud-Server bzw. werden permanent dort synchronisiert. Der Vorteil hier ist die Aktualität, Redundanz und Verfügbarkeit aller beteiligten Benutzer.

Es gibt Anbieter (zum Beispiel oben genannt), die dafür eine Free-Lizenz anbieten, diese ist dann vom benutzten Speichervolumen abhängig. Es gibt auch Anbieter, die Nextcloud als Bezahlmodell anbieten. In aller Regel sind jedoch Mehrbenutzerstrukturen und integrierte Tools (Kalender, Kontakte, Umfragen, Aufgaben,…) kostenpflichtig und auch die benötigte Speichergröße wird abgerechtet.

Ein weiterer Nachteil ist die Datenhoheit, wenn die Server nicht in Deutschland oder Europa sondern im internationalen Regionen/Nationen stehen und damit in den meisten Fällen unsere Gesetze auf Datenschutz und Privatsphäre nicht anwendbar sind. Selbst das Urheberrecht wird bei der Nutzung von “Kostenlos”-Anbietern ausgehebelt.

Wird Nextcloud selbst gehostet (installiert, administriert und gewartet), sind alle Komponenten der benutzen Software in der Selbstverantwortung und unter eigener Aufsicht und jeder Benutzer ist durch die hier geltenden Gesetze auch vor Missbrauch geschützt – selbst gegenüber der Administratoren!

“Online”-Office-Suiten sind inzwischen modern geworden. Hier liegen die Vorteile auf der Hand: alle (berechtigten) Benutzer können Office-Dokumente bearbeiten, erstellen ohne dafür selbst Office installiert zu haben.
Bekannte Anbieter sind Microsoft Office365, GoogleDocs oder Varianten von Oracle etc.

Neben den verwendeten Preismodellen sei vor allem nochmal darauf hingewiesen, dass die Verteilung von Office-Dokumenten zum Beispiel via E-Mail voraussetzt, dass alle Beteiligten homogen die gleiche Office-Software und auch Betriebssystem verwenden, welche mitunter Kosten pro Benutzer verursachen. Auch die oben genannten Office-Suiten sind im Lizenzmodell der Anzahl der Benutzer anhängig.

In der CoDA Deutschland IT-Infrastruktur wurde Office als eigene Serverversion “ONLYOffice” installiert und innerhalb der (Next)Cloud integriert. Die Nutzung ist unabhängig der Anzahl der Benutzer. Weder für die Nutzung von Nextcloud noch für das Office ist eine Anzahl relevant, also unendlich.. lediglich abhängig von der Leistung der beteiligten Server. Es fallen also keinerlei Kosten für die Software an!

Desweiteren werden Datenbankserver verwendet, welche vielfach entsprechende Software benötigt wird. Als relationale Datenbanksysteme verwenden wir MySQL-DB bzw. MariaDB und Postgres-SQL. Beide kostenlose Open-Source Software.

Finale Aussage

Diese Liste lässt sich nun weiter fortsetzen, am Ende steht dann, dass keines der eingesetzten Betriebssysteme oder Software kosten verursacht und absolut unabhängig von der Menge der eingesetzten Installationen, noch der Anzahl der am Ende verwendeten Benutzer ausschlaggebend sind.

Dem gegenüber stehen derzeit die ca. 10 vServer mit einer Gesamtkostenlast von ca. 40-50€ im Monat.

Die Kosten variieren, wenn wie oben beschrieben experimentell vServer benötigt oder abbestellt werden und sich die Leistung der Server verändert.

Eine detaillierte Liste kann auf besondere Nachfrage angefordert werden, bzw. wird hier noch bereit gestellt, ist jedoch aus Gründen der Varianz der Einzelkosten schwierig darzustellen. Daher wird es noch etwas dauern.

In Demut und gute 24 Stunden
//Euer Internet-Komitee

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